Sei wie Aschenputtel

Klare Zielsetzung bringt Erfolg

Bei uns gehört der Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ zu Heiligabend wie die Bescherung und der Kartoffelsalat. Ich liebe das Märchen. In dem tschechischen Film wird eine Variante des Märchens der Brüder Grimm erzählt. Die drei Nüsse, die verzaubert sind und Kleider in ihrem Inneren verbergen, kommen bei dem Märchen „Allerleirauh“ vor. Das ist der Aschenputtel-Geschichte ähnlich. Allerdings soll da das Mädchen den eigenen Vater heiraten, weil der keine schönere Frau als sie findet. Erst läuft sie davon, um dem zu entkommen. Aber am Ende heiratet sie dann doch ihren Vater. Das ist irgendwie verstörend und verwirrend. Nun ja. Ich schweife ab.

Behalte dein Ziel im Auge

Zurück zu Grimms Aschenputtel-Märchen. Aschenputtel war als Kind mein absolutes Lieblingsmärchen. Das Mädchen wird so schrecklich ungerecht und schlecht behandelt. Aber sie bleibt immer freundlich und arbeitet zuverlässig und hart. Am Ende wird das belohnt. Der Prinz kommt und erlöst sie von ihrem schweren Alltag. Aschenputtel wird ab jetzt in einem Schloss mit der Liebe ihres Lebens wohnen. So habe ich das damals gesehen. Aber ist das wirklich so in dem Märchen? Der Prinz errettet Aschenputtel? Oder errettet sie sich nicht vielmehr selbst?

Triff Entscheidungen und steh dazu

Das Mädchen pflanzt auf dem Grab ihrer Mutter einen Haselstrauch und täglich erscheint dort ein Vogel, der ihr hilft. Aschenputtel hat ein klares Ziel: der Ball, der Prinz, das Schloss, die Herrschaft. Sie ist stets freundlich und nie genervt und verärgert, obwohl sie ungerechterweise die schwere Arbeit erledigen muss. Daher hat sie auch viele Verbündete. Zum Beispiel die Tauben und die Vögel. Als sie in Aussicht gestellt bekommt, dass sie auf den Ball darf, wenn sie die Erbsen und die Linsen rechtzeitig aus der Asche liest, weiß sie genau, wen sie um Hilfe bittet: die Tauben. Aschenputtel weiß, dass sie ihr Ziel nicht allein erreichen kann und holt sich kompetente Hilfe. Leider ist die Stiefmutter unfair und erlaubt ihr trotzdem nicht auf den Ball zu gehen. Das arme Mädchen weint aber nicht und beschwert sich. Sie wirft sich nicht heulend in die Ecke und jammert über ihr bescheuertes Leben. Nein.

Aufgeben ist keine Option

Sie handelt. Sie hat schon den nächsten Plan, der sie näher zu ihrem Ziel führt. Das Grab ihrer Mutter mit dem Haselstrauch! Dort bekommt sie für alle drei Tage des Balles die schönsten Kleider und wertvollsten Schuhe. Sie braucht überhaupt keine Erlaubnis der Stiefmutter. Sie entscheidet selbständig und übernimmt Verantwortung! Keinesfalls macht sie sich zum Opfer. Sie gibt nicht auf. Der Prinz hat sich schon beim ersten Mal in sie verliebt und will Aschenputtel nun unbedingt zur Frau. Sie hat mit ihrem Handeln Begehrlichkeiten geweckt und mit ihrem Outfit ihr Ziel unterstrichen. Der berühmte Schuh, der nur Aschenputtel passt, ist wie ein Symbol für die individuelle Begabung. Wem passt der Schuh? Nur der, für die der Schuh gemacht wurde. Es hat keinen Sinn, etwas zu wollen, was nicht der individuellen Begabung entspricht. Das wird nicht zum Ziel führen! Das müssen auch die Stiefschwestern schmerzvoll erkennen, als sie sich, völlig sinnlos, für diesen Schuh verstümmeln. Am Ende gewinnen sie nichts. Sie verlieren sogar noch ihr Augenlicht. Sie sind blind für die wahre Berufung.

Mach dich nicht zum Opfer

Du siehst, dass es sehr nützlich ist, stets das Ziel vor Augen zu haben. Verzweifle nicht! Gib nie auf. Du stehst so kurz vor der Belohnung. Stell dir mal vor, wenn Aschenputtel aufgegeben hätte. Sie glaubte an sich, holte sich die entsprechende Unterstützung und war am Ende sehr erfolgreich. Sie hat ihr Ziel erreicht! Sie hat nicht gejammert: „Ist ja klar. Kann ja nur mir passieren. Mir geht’s echt schlecht und die Stiefschwestern und meine Stiefmutter sind schuld. Und mein Vater ist schuld, der diese böse Frau geheiratet hat. Jetzt habe auch noch alles getan, was die Stiefmutter mir befohlen hat und trotzdem kriege ich nicht den erhofften Lohn dafür. Ich komme nie auf den Ball. Wie konnte ich nur glauben, dass ich Unbedeutende den Prinzen treffen kann? Mein Leben ist beschissen!“ Nein! Sie blieb sich immer treu und benahm sich nicht unfair, nur weil sie selbst unfair behandelt wurde. Sie verkroch sich nicht in eine Ecke und bedauerte sich selbst.

Übrigens ist es interessant, dass in der Disney Variante eine Fee auftritt und Cinderella eher passiv erscheint. Das nur nebenbei… Bei den Disney Verfilmungen gefiel mir als Kind eher „Dornröschen“. Da fand ich lustig, dass sich die Feen über die Farbe von Dornröschens Kleid stritten. Aber das ist eine andere Geschichte.

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