Sterntaler

Sterntaler

Ich liebe Märchen. Schon als Kind habe ich die Märchenbücher voller Begeisterung gelesen und die Langspielplatten angehört. Da gab es diesen wunderbaren Märchenerzähler Hans Paetsch. Wer kennt ihn auch? Der hat mit seiner wunderbaren Stimme die Märchen vorgelesen. Die Geschichten über Prinzessinnen, Feen und Könige haben mich total fasziniert.

Auf ein Märchen möchte ich heute näher eingehen. Kennst du das Märchen vom Sterntaler? Bestimmt, oder? In der Sammlung der Gebrüder Grimm hat es einen Stammplatz. Ein sehr armes Mädchen geht nachts durch den Wald und trifft noch ärmere Menschen. Sie gibt alles, was sie besitzt den Bedürftigen. Selbst ihr letztes Hemd. Am Ende regnet es Sterne vom Himmel, die sich in Gold verwandeln. Und ein neues edles Gewand bekommt sie auch noch, damit sie die Goldtaler auffangen kann.

Ehrlich gesagt, habe ich das Märchen früher nie so gemocht. Ich dachte als Kind, dass es furchtbar ist, alles herzugeben und nackig durch den dunklen Wald zu laufen. Das Mädchen hat doch selbst kaum was, wieso soll es denn was davon abgeben? So stellte ich mir die Fragen.

Später kam dann die stark christliche Deutung dazu, dass das Mädchen erst alles opfern muss, um am Ende belohnt zu werden. Die Selbstaufopferung, der Dienst am Nächsten, die Gutherzigkeit wird da positiv hervorgestellt. Aber auch das Gottvertrauen. Das fand ich aber zu belehrend und mit moralischem Zeigefinger.

Ich fand für mich eine Interpretation, die vor allem die Liebe betont. Das Mädchen liebt sich vollkommen selbst. Es ist glücklich und voller Herzensfreude. Sie kann von dieser Liebe jederzeit etwas abgeben.

 

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Die Liebe wird nicht weniger, sondern mehr, wenn man sie teilt.

Das Mädchen hat keine Angst. Sie ist in der Dunkelheit unterwegs. Die Aussichten sind auch nicht gerade gut. Ihre Liebe und ihr Vertrauen verlassen sie aber auch in dunklen Stunden nicht. Sie denkt nicht: „Ja, klar. Kann ja auch nur mir passieren. Es ist dunkel, es ist kalt. Dann kommen auch noch lauter Leute, die was von mir wollen.“ Ihre Liebe wird vielmehr so groß, dass sie am Ende alles zurückbekommt. Die Fülle des ganzen Universums zeigt sich ihr in ihrer festen Form: Gold.

Gold = Geld = Wertschätzung = Liebe

Und auch eine weitere Deutung passt für mich. Das Mädchen muss sich erst vollkommen leer machen, um bereit zu sein für die Fülle des Universums. Vergleiche das mal mit einem Glas Wasser. Wenn es voll ist und du willst noch was nachschütten, dann läuft es über. Es passt nichts mehr rein. Leere das Glas, bevor du es wieder füllen kannst. Räume auf. Wirf das alte Zeug, alte Glaubenssätze, alte Wahrheiten weg, um neue Gedanken und neue Geschichten erleben zu können. Lass los!

Erst wenn du alles geben kannst, bekommst du alles. Erst wenn du alles loslässt, was dich beschwert, dann erhältst du die Leichtigkeit.

Sterntaler behält nichts für „schlechte Zeiten“. Sie denkt nicht an Sicherheit. Nein. Sie leert alles. Sie befreit sich von der Last, um zu empfangen. Und wie sie empfängt. Sie vertraut nämlich darauf, dass im Universum immer alles schon für sie da ist. Die Fülle regnet als Goldsterne auf sie herab. Manchmal bist du wie Sterntaler in der Dunkelheit unterwegs. Hab auch da Vertrauen, dass alles gut ist.

 

Egal, wie du das Märchen vom Sterntaler interpretierst. Eins ist klar. Die Märchen sind Spiegel unserer Seele. Sie sind Kultur, Erbe und Überlieferung alter Weisheiten. Oft wurden diese Geschichten jahrhundertelang weitererzählt, bis sie irgendwann aufgeschrieben wurden. Sie waren zur Unterhaltung, aber auch zum Belehren, zum Lernen, gedacht.

Wie wäre es, wenn du heute wieder ein altes Märchenbuch hervorholst und einige Geschichten wieder liest?

Was ist dein absolutes Lieblingsmärchen?

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Ich freue mich auf dich.