Grenzen setzen bringt Glück

Eine falsche Freundschaft

Als ich Anfang Zwanzig war, hatte ich eine Freundin. Na ja, ich dachte, es wäre eine Freundschaft. Das war es irgendwie auch, aber mit einer anderen Definition als ich heute „Freundschaft“ beschreiben würde. Ich war Studentin und fuhr sogar ein Auto. Mit diesem Auto besuchte ich sie immer, denn sie wohnte in der Nachbarstadt. Natürlich war das selbstverständlich. Sie war nicht so mobil. „Du hast ja ein Auto, dann kannst du mich abholen, dorthin fahren, mich zum Baumarkt fahren, zu Ikea, zum Supermarkt.“ Wir saßen oft in ihrer Küche und sie erzählte viel von sich und ihren Problemen, ihrem Freund, ihrem Liebeskummer, ihren Wünschen. Ich durfte manchmal auch was von mir erzählen, ab und zu. Immer wieder forderte sie Fahrdienste oder sogar, ich solle ihr mein Auto leihen. „Du willst doch auch zur Ikea, oder? Fahren wir zusammen.“

Nach ein paar Monaten oder länger verpuffte diese Freundschaft sehr plötzlich. Was war passiert? Ich schloss schlagartig meine Schranke, sagte zu allem Stop. Ich verweigerte mich. „Aus heiterem Himmel“ und so „unerwartet“ käme meine Weigerung, nicht mehr ihre Wünsche erfüllen zu wollen, beschwerte die Freundin sich. Ihre Beschwerde kam zurecht, denn für sie war es wohl absolut unverständlich, warum ich plötzlich nicht mehr ihre Chauffeurin, Kummertante und Versorgerin war. Dabei schwelte es in meinem Inneren schon länger. Schon der Satz „Du hast ja ein Auto, also kannst du…“ löste in mir Übelkeit und Wut aus. Ich sagte lange nicht „Nein“ und „Stopp“. Zu lange. Denn meine Sinneswandlung kam für sie völlig unverständlich und überraschend. Nicht nachvollziehbar.

Erkenne deine Grenzen und kommuniziere sie deutlich

Wo sind deine Grenzen? Hast du überhaupt Grenzen? Ich hatte damals zwar Grenzen, aber ich erkannte sie nicht, kommunizierte sie nicht und als ich dann immer mehr in die Ecke gedrängt wurde, schloss ich die Grenzen so abrupt und schnell, dass es willkürlich erschien. Warum habe ich aber von vorneherein keine Grenzen gesetzt? Deutlich gesagt, was geht und was nicht? Ich wollte unbedingt Freundschaft und Anerkennung. Ich hatte Angst, nicht geliebt zu werden. Um jeden Preis wollte ich beliebt sein, auch wenn ich mich dabei selbst verleugne. Immer alles tun, was andere von mir wollen und erwarten, war normal für mich.

Die Folge war meine Auflösung. Mein Ich zerfloss. „Ich“ waren nur noch die anderen. Jeder konnte sich etwas vom „Ninakuchen“ abschneiden. Ich war für alle da. Weil ich von allen geliebt werden wollte, versuchte ich immer die Erwartungen anderer zu erfüllen und entfernte mich dabei aber so sehr von mir selbst, dass ich fast nicht zurückfand. Im Falle der Freundin sagte ich zwar spät, aber trotzdem „Nein“. Natürlich war es das Aus unserer „Freundschaft“, aber diese „Freundschaft“ war auf Einseitigkeit ausgelegt und das ist für die Energie und die Harmonie ganz schlecht. Nur geben und nie nehmen und nur nehmen und nie geben, lässt den Energiefluss stocken. Es ist selbstzerstörerisch. Keine Entwicklung und kein Wachstum sind in dieser Phase möglich. Es herrscht Stillstand.

 

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Grenzen setzen bedeutet Selbstliebe und Selbstwert zeigen

Wer bin ich? Was ist mein Wille? Wie lautet die Wahrheit meines Herzens? Gewinne Klarheit über diese Fragen und du musst dich nie wieder bei anderen beliebt machen. Du wirst als Persönlichkeit wahrgenommen, leuchtest und strahlst in deinen Farben. Dir ist es dann auch nicht wichtig, wenn du nicht alle zufrieden stellen kannst, wenn dich einer nicht so toll findet. Sch…egal. Steh zu dir und sage laut und deutlich „Nein“, wenn du nicht willst.

Grenzen setzen bedeutet nicht, sich vermauern, abgrenzen, verschließen, Leute ausgrenzen. Es bedeutet vielmehr:

  • Selbstwert
  • Selbstliebe
  • Eigene Werte kennen und vertreten
  • Nein sagen können
  • Sich selbst anerkennen
  • Zu seiner eigenen Persönlichkeit stehen
  • Selbsterkenntnis
  • Klarheit in der Kommunikation
  • Ich gebe und nehme bzw. empfange ausgeglichen
  • Ich bin offen und tolerant
  • Ich schenke und gebe aus Freude und dem Gefühl der Liebe und Verbundenheit und nicht, weil ich geliebt werden will

Das sind alles Dinge, die ich in meinem Glückstraining thematisiere. Mit Training und ganz viel Freude und Leichtigkeit habe ich es geschafft, mich deutlich mit Ecken und Kanten, mit Konturen und Glitzer, darzustellen und zu mir und all meinen Persönlichkeitsmerkmalen zu stehen. Ich war zerflossen und hatte mich aufgelöst, aber nur um mich wieder neu zusammenzusetzen und neu zu formieren.

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