Die Kunst des Loslassens

Erreiche deine Ziele, nicht die der anderen

Ich stehe im Bus und halte mich fest. Wenn der Bus bremst oder anfährt, ist es sicherer, wenn ich mich an den Stangen oder Griffen festhalte. Aber wenn ich an der Haltestelle aussteigen will, ist es besser die Griffe loszulassen. Sonst verpasse ich die Haltestelle und fahre immer weiter, weil ich nicht loslasse. Spätestens an der Endhaltestelle muss ich dann den Bus verlassen, aber war das wirklich mein Ziel? Weil ich nicht bereit war loszulassen, als ich sollte, wurde ich mehr oder weniger genötigt, weil ich musste. Fühle ich mich gut? Nein, denn ich bin an einer Haltestelle, an der ich nie sein wollte.

Loslassen ist Sicherheit

Wann ist es Zeit festzuhalten? Wann kann ich voller Vertrauen loslassen? Das ist die große Frage im Leben. Wenn ich immer alles vorher wüsste, wäre vieles einfacher, aber auch langweiliger. Die beste Zeit festzuhalten, ist, wenn ich Sicherheit brauche und die beste Zeit loszulassen, ist, wenn ich Sicherheit brauche… So lange ich im Bus bin, sollte ich mich festhalten. Aber wenn mein Etappenziel gekommen ist, dann sollte ich loslassen. Und zwar loslassen mit ganz großem Vertrauen, dass nun etwas Neues auf mich wartet. An dem kann ich mich wieder eine Weile festhalten, solange es gut und sicher ist. Wir hangeln uns von Sicherheit zu Sicherheit im Leben und dazwischen liegen das Vertrauen und der Sprung. Der Sprung aus dem Bus, der Sprung auf die nächste Sprosse der Leiter oder des Klettergerüstes. Stell dir vor, du hängst ewig an einer Klettersprosse und traust dich nicht, die Hand nach der nächsten Sprosse auszustrecken und schließlich loszulassen. Deine Hände beginnen zu schmerzen, du bekommst Krämpfe und vielleicht stürzt du auch ab. Da wäre das Weiterhangeln sicherer gewesen.

Loslassen ist Mut

Es gehört ganz viel Mut dazu, den Sprung zu schaffen und loszulassen. Nur du weißt, wo deine Haltestelle ist und wo du aussteigen möchtest. Du brauchst Vertrauen, auf deine Intuition zu hören. Die Stimme aus deinem Inneren spricht immer zu dir, leider haben wir oft verlernt, auf sie zu hören. Du kannst es aber wieder erlernen. Stell dir die Fragen: Was fühle ich genau? Wie fühlt es sich an? Setz oder leg dich hin, atme ganz ruhig, schalte alle Geräte aus und konzentriere dich auf dich, deine Atmung und deinen Körper. Nimm dir bei Entscheidungen wenigstens ein paar Minuten Zeit dafür. Deine Gefühle verraten dir alles. Dein „Bauch“ trifft die Entscheidung, nicht dein Verstand. Auch wenn wir dieses rationale Denken in unserer Erziehung eingetrichtert bekommen, letztendlich entscheiden wir richtig, wenn wir auf unsere Gefühle hören.

Loslassen ist Vertrauen

Es gibt sehr vieles, was wir Loslassen können: Materielles und Immaterielles. Einrichtungsgegenstände, Kleidung, Geschirr, Bücher, elektrische Geräte, aber auch Beziehungen, schlechte Angewohnheiten, toxische Glaubenssätze oder Überzeugungen. Im Laufe der Lebenszeit hat sich bei uns einiges davon angesammelt. Wenn du das Gefühl hast, du musst entgiften, dich verschlanken, Sachen aussortieren, dann überlege, was genau dahinter steckt. Willst du Platz schaffen für Neues? Willst du dich von einer Beziehung nicht mehr vergiften lassen? Willst du weniger „Zeugs“ und „Kram“ in deiner Wohnung haben? Sehnst du dich nach Überblick und Klarheit? Willst du mehr Struktur? Vertraue, dass immer was Gutes nachkommt, wenn du loslässt. Geh voller Vertrauen diesen klaren Schritt und feiere das Ritual des Loslassens. Im Augenblick der Trennung, nichts anderes ist Loslassen, denken wir oft: „Vielleicht kann ich es nochmal gebrauchen?“ „In ein paar Wochen werde ich es vermissen.“ „Die Beziehung war gar nicht so schlecht.“ „So schlecht ist es doch gar nicht.“ „Es ist so ungewohnt, da setze ich lieber auf Vertrautheit.“ „Das Neue könnte noch schlechter als das Bisherige und Bewährte sein.“ „Bisher hat sich doch das System bewährt.“

Kommen dir ein oder mehrere Sätze bekannt vor? Ja, ertappt. Ich kenne das genügend aus meiner Erfahrung. Loslassen ist keine Garantie auf was Besseres, nur auf was anderes. Aber das Leben wäre eintönig und wir würden uns nicht weiterentwickeln, wenn wir nicht ab und zu loslassen würden, oder?

Loslassen ist Befreiung

Sehnst du dich nach Freiheit? Dann ist wirklich Zeit loszulassen. Beide Hände frei zu haben, voller Vertrauen zu springen, jubelnd die Arme hochzureißen. Frei und leicht atmen, all das ist Freiheit. Triff deine Entscheidung, woran du festhalten willst und was du gehen lassen kannst. Jeden Tag aufs Neue. Oft sind es nur die kleinen Entscheidungen und Schritte, aber auch die summieren sich.

Heute gebe ich dir einige Vorschläge, wie du zum Beispiel Glaubenssätze entlarven und loslassen kannst:

„Joggen ist nichts für mich.“ – Joggen ist vielleicht nicht gut, aber Nordic Walking.

„Der rote Lippenstift steht mir nicht.“ – Der rote Lippenstift ist vielleicht zu orangestichig, ein anderer Rotton ist aber perfekt.

„Ich kann mir den Urlaub in Italien nicht leisten.“ – Wie kann ich den Urlaub möglich machen? Wo ist die Übernachtung günstiger? Gibt es Regionen in Italien, in denen es nicht so teuer ist? Könnte ich für ein Reisemagazin schreiben?

„Bei mir gedeihen keine Pflanzen.“ – Welche Pflanzen benötigen kaum Pflege und hätten eine Chance zu überleben? Wie sind die Bedingungen bei mir auf dem Balkon, in der Wohnung oder im Garten und welche Pflanzen passen dazu?

 

Loslassen ist für mich einer der entscheidenden Schlüssel zum Glück. Wenn du noch unsicher bist, wann du was wie loslassen solltest, dann komm doch zu mir ins Glückscafé. Wir reden eine Stunde bei Kaffee oder Tee über deine persönliche Strategie für ein glückliches Leben.

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